Alles, was du über Tee wissen musst!

Der richtige Dreh mit dem Tee!

In vielen Küchen ist es üblich, die trockenen Zutaten für Aufgussgetränke, Gewürze, Kräuter und alles, was sonst noch so herrlich würzig duftet in einem eigenen Schränkchen aufzubewahren. Beim Öffnen dieses Behältnisses strömt dem Benutzer dann eine Duftwolke aus Oregano, Kaffee, Nelken, Tee, Hagebutte, Muskat und von dem, was sonst noch dort lagert, entgegen. Ist der kleine Raum allzu eng befüllt, kann es auch passieren, dass beim Aufklappen der Schranktüre ein loses Päckchen Tee der Schwerkraft nachgibt und hinaus purzelt. Spätestens bei der Teezubereitung wird dann aber doch klar, dass dies wohl nicht die optimale Lagerung für die fermentierten oder unfermentierten Blättchen aus Herkunftsländern wie China, Indien oder Japan ist. Sie verlieren recht schnell ihr feines Aroma und nehmen das ihrer Schranknachbarn an, beziehungsweise vermengen es zu einem undefinierbaren Etwas.

Wie bewahre ich Tee richtig auf?

Teedose aus Metall | ©ikaruska.jpg - depositphotos.com

Teedose aus Metall | ©ikaruska.jpg – depositphotos.com

Fast alle Teesorten sollten geschützt vor äußeren Einflüssen, insbesondere vor Sauerstoff, aufbewahrt werden. Außerdem mögen sie es kühl, trocken und dunkel mögen. Nur so kann verhindert werden, dass Aromen aus der Umgebung Besitz vom wertvollen Tee ergreifen oder Oxidations-, beziehungsweise Fäulnisprozesse einsetzen und die Alterung beschleunigt wird. Am besten geeignet sind dazu fest verschließbare Dosen und andere Behälter aus Edelstahl, Spezialkunststoff oder versiegeltem Porzellan. Glas kommt ebenfalls in Frage, falls der Lichteinfall unterbunden werden kann. Bei unfermentierten, also grünen Tees, die noch eine gewisse Reifung durchlaufen, sind hingegen zum Beispiel gewindefreie Spezialdosen aus Kirschholz, die den Tee atmen lassen, optimal.

Kann man Tee einfrieren oder im Kühlschrank lagern?

Etwas theoretisch ist die Frage, ob Tee eingefroren werden kann. Im Privathaushalt dürfte sich dieses Problem, außer wenn einmal größere Mengen aus Fernost eingetroffen sind, kaum stellen. Dennoch: Grundsätzlich ist das Tiefkühlfach kein Problem für den Tee. Beim Auftauen allerdings kommt es zu einer kritischen Situation. Hier entsteht nämlich Kondensfeuchtigkeit, die den Tee ruinieren kann. Um dies zu vermeiden, wird der Tee beispielsweise von Großhändlern in Japan vor der Tiefkühlung in luftdichten Verpackungen eingeschweißt. Eine Lagerung im Kühlschrank kommt jedoch aufgrund von Problemen durch Temperaturschwankungen sowie Feuchtigkeit nicht in Frage. Ausnahme hier ist Matcha, der japanische Pulvertee. Er ist sehr wärmeempfindlich und sollte ab einer Raumtemperatur von 18 bis 20 Grad lieber im Kühlschrank gelagert werden, auch wenn dies kein optimaler Ort für ihn ist.

Wie lange ist Tee haltbar?

Die Haltbarkeit von Tee hängt nicht nur von der Lagerung daheim, sondern von vielen weiteren Faktoren ab. Der wichtigste davon betrifft die Verpackung des Produktes. In Pappkartons, vielleicht gerade mal umhüllt mit einer dünnen, nicht luftdichten Folie, kann der Tee bereits zum Zeitpunkt des Kaufs seine beste Zeit hinter sich haben. Dies gilt auch für große offene Dosen, aus denen der Tee im Laden abgepackt wird. Bei empfindlichem grünen Tee oder Früchte- und Kräutertee mit leicht flüchtigen Aromen ist die Gefahr höher, als bei schwarzem Tee.

In jedem Fall ist eine intakte, luftdicht verschweißte sowie lichtgeschützte Verpackung die beste Garantie dafür, dass der Tee beim Öffnen des Päckchens so frisch ist, wie es das aufgedruckte Haltbarkeits- beziehungsweise Produktionsdatum vermuten lässt. In einer solchen ungeöffneten Verpackung sowie bei optimaler Lagerung ist Tee sortenabhängig ein bis zwei Jahre haltbar. Generelle Aussagen sind hier jedoch schwierig zu machen. So wird ein durchschnittlicher schwarzer Tee wohl gut und gerne seine 18 Monate überstehen können ohne nennenswerte qualitative und geschmackliche Einbußen zu erleiden.

Teefeld in Darjeeling | ©nevarpp - depositphotos.com

Teefeld in Darjeeling | ©nevarpp – depositphotos.com

Am Beispiel von indischem Darjeeling und seinen Erntezeit abhängigen Qualitäten lässt sich jedoch verdeutlichen, wie relativ das ist. So ist First Flush, die erste Pflückung vielleicht ein halbes bis ein Jahr haltbar. Second Flush dagegen kann bei idealen Bedingungen durchaus auch drei Jahre und älter werden. Die Pflückungen danach – also Third Flush und Autumnals sind, wenn sie überhaupt in den Handel gelangen, nur kurze Zeit haltbar.

Kräuter- und Früchtetee sowie Mate Tee und Oolong, also chinesischer, halbfermentierter Tee, ist in etwa so haltbar wie schwarzer Tee. Ebenfalls aus China stammender weißer und gelber Tee sowie südafrikanischer Rooibos kann sogar etwas länger gelagert werden und die Zwei-Jahres-Marke erreichen. Grüner Tee hingegen will etwas früher, also ein bis spätesten anderthalb Jahre nach der Ernte, genossen werden. Aber auch hier hängt dies von der jeweiligen Sorte und Qualität ab. Edler Gyokuro aus Japan beispielsweise darf sogar einen mehrjährigen Reifeprozess durchlaufen, während ein Sencha in der Regel binnen Jahresfrist genossen werden sollte.

Lagerung von Pu Erh Tee: Hier gelten eigene Regeln

Chinesischer, oft in dekorative Platten gepresster Pu Erh Tee, bildet dagegen eine ganz eigene Tee-Welt. Bei seiner Herstellung spielen verschiedene Mikroorganismen eine erhebliche Rolle. Das führt dazu, dass Pu Erh teilweise über Jahrzehnte reifen kann. Außerdem sollte er nicht luftdicht verschlossen gelagert werden. Ein irdener, in jedem Fall unglasierter Topf, bedeckt mit einem Naturfaser-Tuch kann den Ansprüchen von Pu Erh ideal entgegenkommen.

Worauf ist bei der Wasserqualität zu achten?

Irgendwann kommt aber doch der Moment, da aus optimal gelagertem Tee ein Genuss für die Sinne werden soll. Hier kann ihn das richtige Wasser zum Erblühen bringen und das falsche verderben. Entscheidend dabei ist der Härtegrad des Wassers, also sein Gehalt an vor allem Calcium und Magnesium. Ist es reich an diesen Mineralstoffen, spricht man von hartem Wasser. Mineralstoffarmes Wasser hingegen wird als weich bezeichnet. Die allermeisten Teesorten bevorzugen letzteres. Leider ist es so, dass trotz allgemein hervorragender Trinkwasserqualität, das deutsche Leitungswasser insbesondere in Großstädten oft ausgesprochen hart ist. Hier hilft die Anschaffung eines Wasserfilter, der beispielsweise über Aktivkohle den Härtegrad des Wassers vermindert. Für einige wenige sehr kräftige, extrem gerbstoffreiche schwarze Tees ist dies übrigens nicht erforderlich. Bei ihnen können die Mineralstoffe in hartem Wasser die überreichlich vorhandenen Bitterstoffe teilweise neutralisieren und zu einem ausgewogenen Geschmack beitragen.

In welcher Kanne wird Tee am besten zubereitet?

Teekanne aus Keramik | ©ByLove - depositphotos.com

Teekanne aus Keramik | ©ByLove – depositphotos.com

Bevor aber das Wasser erhitzt werden kann, muss die richtige Kanne bereitstehen. Idealerweise sind hier zwei verschiedene Modelle vorhanden. Da wäre zum einen eine Kanne für schwarzen Tee sowie Kräuter- und Früchtetee aus Glas oder Porzellan. Sie kann nach der Nutzung gründlich gereinigt werden. Für grüne und weiße Tees allerdings sowie für halbfermentierten Oolong ist eine unversiegelte Keramikkanne das ideale Gefäß zur Zubereitung. Ihre porige Struktur lässt eine Atmung der Kanne zu. So wird sie mit der Zeit selber zum Aromaträger und veredelt den Tee mit jedem neuen Aufguss mehr. Damit das allerdings funktioniert, wird für Keramikkannen kein Spülmittel verwendet. Es reicht, sie mit etwas heißem Wasser auszuspülen. Unabhängig davon, ob Porzellan-, Glas- oder Keramikkannen verwendet werden, ist heißes Wasser auch erforderlich, um das Gefäß vor der Nutzung für einige Minuten anzuwärmen.

In welchem Filter kommt ein Tee am besten zur Geltung?

Baumwollfilter und Tee-Eier haben auf den ersten Blick den Vorteil, dass sie wiederverwendbar sind. Das Problem bei den kleinen Baumwollsäckchen ist jedoch, dass sie kaum gereinigt werden können. Mit der Zeit nehmen sie einen durchaus unangenehmen Geruch an und fügen dem Tee einen keineswegs vorteilhaften Geschmack hinzu. Gegen Tee-Eier aus Metall, Porzellan oder Silikon ist im Prinzip nichts einzuwenden, wenn sie für fein geschnittenen Schwarztee oder Broken Tee in Tassenportionen verwendet werden. Auch hier sollten sie jedoch nicht mehr als zu einem Drittel befüllt werden. Blatt-Tees wie grüner oder weißer Tee aber auch voluminöse Kräutertees haben in den kleinen Kügelchen hingegen nichts verloren. Sie können hier weder ausreichend aufgehen noch ihr Aroma entfalten.

Teefilter und Teeei | ©esebene-photo - depositphotos.com

Teefilter und Teeei | ©esebene-photo – depositphotos.com

Im Einweg-Bereich gibt es befüllbare Teebeutel aus Papier. Manche sind sogar mit einer kleinen Kordel zum Zuziehen versehen. Für den einen oder anderen Schwarztee oder auch für Früchtetees können Sie recht gut geeignet sein. Allerdings ist das Papier so mikrofein perforiert, dass kleine Schwebstoffe in der Regel nicht in das Teewasser gelangen können. Bei hochwertigen Grüntees beispielsweise ist genau dies jedoch gewünscht. Hier ist die ideale Lösung ein Dauerfilter als Kanneneinsatz aus Edelstahl oder Keramik. Oft sind diese Dauerfilter schon ab Werk integriert. Wichtig ist, dass die Maschen nicht zu fein sind. Nur dann kann ein edler Tee alle seine wertvollen Stoffe an das Wasser abgeben. Außerdem sollte beim Kauf eines Metall-Dauerfilters das Material sehr genau untersucht werden. Bei so manchem günstigen Modell ist nämlich zwar das Sieb aus Edelstahl, verschiedene Kleinteile jedoch nicht.

Welche Teemenge ist ideal?

Wieviel Tee pro Tasse oder Kanne verwendet wird ist natürlich wesentlich abhängig vom persönlichen Geschmack. Die alte Regel von einem Teelöffel pro Tasse stammt jedoch aus Zeiten, als im Wesentlichen nur zerkleinerter schwarzer Tee zur Verfügung stand. Heute gilt sie nicht mehr. Dazu ist einfach das Angebot zu vielfältig geworden. Grüner Tee beispielsweise, der in ganzen Blättern angeboten wird, hat ein bei Weitem höheres Volumen, als geschnittene, fermentierte und gerollte Blätter.

Als Faustregel kann gelten, dass für einen Liter Wasser etwa 15 Gramm Tee benötigt werden. Eine 250-Milliliter-Tasse kommt mit vielleicht drei Gramm aus. Praktisch wird aber kaum etwas anderes übrig bleiben, als mit Blick auf die alte Löffel-Regel sowie das Volumen-Gewicht-Verhältnis des konkreten Tees durch Ausprobieren die ideale Menge zu ermitteln. Mit etwas Glück findet sich aber auch auf der Verpackung ein Hinweis, wievel Gramm auf einen Liter Wasser genommen werden sollen.

Bei welcher Wassertemperatur wird Tee zubereitet?

Nun gilt es noch die richtige Wassertemperatur für den jeweiligen Tee einzustellen. Sprudelnd kochend ist dabei eigentlich nur für robuste Schwarztees sowie Kräuter- und Früchtetees angezeigt. Feinerer schwarzer Tee wie Darjeeling First Flush möchte dagegen mit heißem Wasser übergossen werden, dessen Temperatur 90 Grad nicht übersteigt. Noch sensiblere Sorten, wie grüner und weißer Tee sowie Oolong, fühlen sich bei 70, höchstens 80 Grad am wohlsten. Sie würden übrigens höhere Temperaturen mit einem übermäßigen Ausstoß an Bitterstoffen quittieren. Für so manche Grüntee-Rarität sollte man es sogar bei vornehmen 60 Grad belassen.

Sinnvoll hier ist die Anschaffung eines Wasserkochers, bei dem sich die Temperatur einstellen lässt. Ist ein solches Gerät nicht vorhanden, kann das Wasser einfach zum Kochen gebracht und beiseite gestellt werden. Es wird nach vielleicht einer Minute auf 90 Grad, nach zwei bis drei Minuten auf 80 Grad und nach etwa drei weiteren Minuten auf 70 Grad abgekühlt sein. Diese Methode ist allerdings recht unzuverlässig. Besser ist es, die Temperatur mit einem Küchenthermometer nachzuprüfen.

Wie lange muss Tee ziehen?

Bezüglich der Dauer, die ein Tee idealerweise ziehen sollte, ist zu bedenken, dass sich Koffein recht schnell aus den Blättern löst. Gerbstoffe benötigen hingegen etwas länger, um in das Teewasser zu gelangen. Kurz gezogener Tee ist also etwas anregender und dafür weniger bitter, während längere Ziehzeiten ein herbes Aroma und damit auch beruhigende Eigenschaften betonen. Broken Tee, also Tee aus zerkleinerten Blättern, kann schon nach zwei bis drei Minuten sein volles Aroma entfalten. Hochwertiger schwarzer Blatt-Tee wie Darjeeling kann fünf bis sieben Minuten benötigen. Unfermentierter sowie halbfermentierter Tee wie grüner und weißer Tee sowie Oolong hingegen kommen oft schon mit einer halben bis einer Minute aus. In der Porzellan- oder Glaskanne können daraus schon einmal zwei Minuten werden. Durch längere Ziehzeiten würde ein zu hoher Anteil an Bitterstoffen die feinen Nuancen dieser Tees übertünchen.

Bei Kräuter- und Früchtetees hingegen sind weder Gerbstoffe noch Koffein enthalten. Es sollte hier also so lange abgewartet werden, bis das Aroma vollständig extrahiert ist. Sortenabhängig kann dies fünf, zehn oder auch 15 Minuten dauern. Der Tee darf auch danach im Teewasser verbleiben.

Weitere Aspekte rund um das Thema Tee

Bei der Frage schließlich, ob der Tee am besten in ein Teeglas, Knochenporzellan oder Steingut eingeschenkt wird, sind Anlass und persönliche Vorlieben entscheidend. Das gilt auch für die Art und Weise, wie der Teegenuss zelebriert wird. In unserem spannenden Artikel über die Teekulturen der Welt finden sich viele Tipps uns Ideen!

Linktipps:

  1. So finden Sie heraus, wie gut Ihr Leitungswasser ist
  2. Die Wikipedia über Darjeeling
  3. Tee online bei Krautrausch
Der Beitrag wurde veröffentlicht in Allgemein, Tee, Wissenswertes, Zubereitungs-Tipps und getagged mit , . Beitrag bookmarken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.