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Heimische Superfoods

Heimische Superfoods – die heimlichen Gewinner

Superfoods sind in aller Munde. Sie heißen Chia, Goji, Acai oder Maca und enthalten überdurchschnittlich viele positive Stoffe, die wichtig für unseren Organismus sind. Das macht sie sehr attraktiv. Viele Menschen vergessen jedoch, dass es auch heimische Superfoods gibt. Da sie uns wahrscheinlich nur zu alltäglich vorkommen, werden sie aber nicht als solche bezeichnet. Es sind zum Beispiel Heidelbeeren, Tomaten, Hirse, Leinsamen, Sanddorn, Brennnessel, Rote Beete, Brombeeren, Möhren und viele weitere. Zwei davon möchten wir Ihnen heute kurz vorstellen.

Brombeeren: Leckere Beeren aus dem heimischen Wald oder Garten

Brombeeren
Brombeeren

Unter allen Beerenfrüchten zählt die Brombeere (lateinisch Rubus fruticosus) zu den größten Lieferanten für das Provitamin A, das im menschlichen Körper in Vitamin A umwandelt wird. Sie galt bereits in der Antike als begehrte Heilpflanze, von der nicht nur die Früchte, sondern auch die Blätter genutzt werden können. Einst aus Eurasien stammend ist sie heute auf der gesamten Welt in den gemäßigten Zonen zu finden. Ebenso ist sie im heimischen Garten eine begehrte Pflanze. Dabei sind die dornenlosen Varianten am beliebtesten.

Brombeeren helfen dem menschlichen Organismus, freie Radikale einzufangen und gelten daher als Antioxidans. Darüber hinaus verfügen sie über beruhigende Eigenschaften. Neben dem Provitamin A enthalten Brombeeren außerdem wertvolle B-Vitamine, zellschützendes Vitamin E. Sie enthalten sogar mehr Vitamin C als ein Apfel. Weiterhin befinden sich in ihnen Kupfer, Mineralstoffe, Flavonoide, Fruchtsäuren und Ballaststoffe wie Pektin. Die Brombeeren besitzen eine blauschwarze Farbe, die sie den sogenannten Anthocyanen verdanken. Anthocyane zählen zu den kraftvollsten Antioxidanzien. Sie besitzen entzündungshemmende und antimikrobielle Eigenschaften.

Der Vorteil der Brombeeren gegenüber exotischen Superfoods, wie zum Beispiel der blauschwarzen Acaibeere, liegt darin, dass sie frisch in unserer Region geerntet und verzehrt werden können, auch wenn sie nicht ganz so viel Anthocyane wie das exotische Superfood enthalten. Dafür sind frische Acaibeeren nicht in Deutschland erhältlich. Es gibt sie entweder als tiefgefrorenen Fruchtpüree oder in Pulverform. In ihrem Ursprungsland müssen sie nach der Ernte innerhalb eines Tages verarbeitet werden, da sie sonst beginnen zu faulen. Den Weg nach Europa würden sie nicht überstehen.

Sanddorn: Saure Früchtchen voller Vitamin C

Sanddornbeeren
Sanddornbeeren

Der Sanddorn (lateinisch Hippophae rhamnoides) ist ein Beerenstrauch. Er wächst besonders gerne auf sandigem Boden an Küstenregionen. Bei uns in Deutschland ist er vor allem auf den Dünen der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern zu finden. Seine Früchte reifen im Herbst zu Beeren in tiefem Orange heran, die sehr sauer im Geschmack sind. Daher werden sie nur selten im rohen Zustand verzehrt. Meist werden sie zu Marmelade oder Saft verarbeitet. Häufig sind sie auch Bestandteil von leckeren Smoothies. In den Beeren befindet sich Vitamin C in hoher Konzentration. Deshalb sind nur wenige Teelöffel mit Sanddornsaft notwendig, um den Tagesbedarf an Vitamin C für einen Erwachsenen zu decken. Das bedeutet, dass Sanddornbeeren sogar viele Zitrusfrüchte in den Schatten stellen.
Aber auch viel Vitamin E und Spurenelemente wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Mangan stecken in den orangefarbenen Früchten. Weiterhin sogar Vitamin B12. Das Vitamin ist an der Blutbildung beteiligt und kommt sonst nur in tierischen Produkten vor. Mit ihren hohen Vitaminanteil unterstützen die Sanddornbeeren die Arbeit unseres Immunsystems, vor allem in den Wintermonaten.

Gegenüber den exotischen Gojibeeren haben Sanddornbeeren einen entscheidenden Vorteil. Sie enthalten mehr Vitamin C. Während beim Sanddorn der Anteil an Vitamin C pro 100 g im Durchschnitt 450 mg beträgt, besitzt die Gojibeere pro 100 g nur ca. 15 mg Vitamin C. Zudem besitzen Sanddornbeeren eine bessere Ökobilanz als Gojibeeren, da sie nicht so einen langen Transportweg zu verzeichnen haben.