Wissenswertes

Kräuter für die Verdauung

Das Gefühl überfüllt und schlapp mit aufgeblähtem Bauch auf der Couch zu stranden kennen wir nur allzu gut. Überall lauern überfüllte Teller, fette Braten, die leckeren Plätzchen von Omi. Vorspeisen, Hauptgerichte und unwiderstehliche Nachtische wollen gegessen werden.

Die Schulmedizin hat viele Mittelchen parat, die gegen Völlegefühl, Sodbrennen und Verdauungsproblemchen aller Art helfen. Aber wie so oft, gibt es auch aus der Natur sehr vieles, was wirkt und uns aus dem „Futterkoma“ hilft. Wir wollen euch heute ein paar hilfreiche Kräuter vorstellen die gut für die Verdauung sind.

In der Naturheilkunde gibt es etliche Pflanzen deren Inhaltsstoffe verdauungsanregend wirken, unliebsame Beschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen mindern oder verhindern können oder die Fettverdauung verbessern. Dazu gehören Klassiker wie Fenchel, Anis und Kümmel, aber auch unbekanntere Kräuter wie Beifuß, Tausendgüldenkraut oder Wermut.

Wie funktioniert die Verdauung?

Völlegühl [Bild:© imagepointfr/depositphotos.com]
Völlegfühl [Bild:© imagepointfr/depositphotos.com]

Wenn wir Verdauung hören, denken wir naturgemäß an den Darm. Verdauung fängt aber schon im Mund an. Die Nahrung wird zerkleinert und mit Speichel versetzt und wandert dann als Brei zum Magen. Dort gibt es zahlreiche Enzyme und Säuren, die den Nahrungsbrei weiter aufspalten und verdaulicher machen. Dann geht es weiter in den Dünndarm.

Im Dünndarm kommen die Bauchspeicheldrüse und die Leber ins Spiel. Die Säfte dieser beiden Organe enthalten wiederum zahlreiche spaltende Enzyme, die nun ihrer Pflicht walten. Entgegen des Wortsinns produziert die Leber den Gallensaft, der wiederum in der Gallenblase gespeichert wird und bei Bedarf (zum Beispiel nach der Weihnachtsgans) vermehrt ausgeschüttet wird, auch wenn die Leber mit der Produktion nicht ganz hinterherkommt. Die Gallenflüssigkeit hilft vorrangig bei dem Abbau von Fetten, wohingegen das Bauchspeicheldrüsensekret vor allem für die Spaltung von Eiweißen und Kohlenhydraten zuständig ist.

Jetzt ist die Nahrung soweit aufgespalten, dass die einzelnen Bausteine wie Vitamine, Glukose, Aminosäuren usw. ins Blut übergehen und uns mit allem Nötigen versorgen können. Für den restlichen Speisebrei geht es jetzt Stück für Stück weiter abwärts durch Dickdarm und Mastdarm, das Ende der Verdauungskette ist uns allen bekannt.

Wirkung von Kräutern bei der Verdauung

Wo kommen jetzt die Heilkräuter ins Spiel? Wir haben eben gelesen, dass viele Enzyme, Sekrete und Verdauungssäfte daran beteiligt sind unser Essen zu verdauen. Es gibt in zahlreichen Pflanzen Bitterstoffe und pflanzliche Säuren, die verschiedene verdauungsunterstützende Funktionen haben. Und zwar:

  • regen sie die Peristaltik an, also die Magen- und Darmbeweglichkeit
  • erhöhen den Speichelfluss, welches schon die ersten verdauungsfördernden Enzyme freisetzt
  • regen die Leber an und verbessern dadurch die Fettverdauung
  • erhöhen die Sekretion von Galleflüssigkeit
Artischocken-Tee [Bild:© Tolikoff/depositphotos.com]
Artischocken-Tee [Bild:© Tolikoff/depositphotos.com]

Folgende Pflanzen erhalten besonders viele Bitterstoffe oder Säuren:

  • Artischocke
  • Löwenzahn
  • Wermut
  • Tausendgüldenkraut
  • Beifuß
  • Rosmarin
  • Schafgarbe
  • Andorn
  • Kurkuma (Gelbwurz)

Man kann diese Kräuter entweder direkt im Essen verwenden, wie zum Beispiel Rosmarin, Beifuß und Kurkuma oder als Heiltees trinken.

In vielen weiteren Kräutern sind außerdem ätherische Öle vorhanden, die sehr positive Effekte haben können. Sie können krampflösend, blähungslindernd und magensaftregulierend wirken. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Anis
  • Kümmel
  • Fenchel
  • Pfefferminze
  • Oregano

Der Verdauungsschnaps

Viel zu viel Essen essen [Bild:© monkeybusiness/depositphotos.com]
Viel zu viel Essen essen [Bild:© monkeybusiness/depositphotos.com]

Jetzt denkt ihr euch: Wie praktisch, dass Mama und Papa ja immer einen Schwedenbitter im Schrank stehen haben! Aber nein, die Geschichte vom Verdauungsschnaps der Völlegefühle in Luft auflöst, ist leider ein hartnäckiger Mythos.

Es gibt zahlreiche Studien, die nachgewiesen haben, dass ein Schnaps nach dem Essen eher verdauungshemmend wirkt, weil er unter anderem die Peristaltik, also die Weiterleitung des Speisebreis verlangsamt. Der Magen bleibt demnach noch länger voll.

Bevor ihr also nach dem nächsten üppigen Essen stöhnend mit geöffneter Hose auf den Sessel sinkt, macht euch lieber einen schönen Fenchel-Anis-Kümmel Tee und geht eine Runde spazieren. Der Verdauungsspaziergang hilft nämlich wesentlich zuverlässiger als der Schnaps.


Linktipps:

  1. Wie funktioniert die Verdauung – Netdoktor
  2. Verdauungsschnaps. Was hilft? – Spiegel
  3. Fenchel-Anis-Kümmel-Tee bei Krautrausch

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