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Flohsamen

Flohsamen
Flohsamen

Flohsamen sind ein echtes Naturprodukt. Dabei sind die kleinen Körnchen geruchlos und besitzen keinen besonders typischen Eigengeschmack. Aus Europa stammende Qualitäten sind zumeist hell- bis schwarzbraun. Indischer Flohsamen hat dagegen eine blassrosa bis nussbraune Farbe. Die dazugehörige Pflanze heißt ebenfalls Flohsamen (lateinisch: Plantago ovata) und wird im Volksmund oft auch indischer Wegerich genannt. Tatsächlich gehört der zumeist in Indien und im Iran beheimatete Flohsamen zu den Wegerichgewächsen. Die rosettenartig angeordneten Blätter sind sehr schlank und wachsen senkrecht nach oben. Flohsamenblüten sind eher unscheinbar. Sie stehen, ähnlich wie kurze Ähren, aufrecht auf dünnen Stielen. Aus ihnen entwickeln sich kleine Kapseln, in denen sich schließlich der Flohsamen befindet.

Geschichtliches

Schon im Altertum wussten berühmte Heiler wie etwa Dioskurides, um den medizinischen Nutzen von Flohsamen europäischer Herkunft. Damals wurde er vorwiegend zur Herstellung von warmen oder kalten Umschlägen, zur Heilung von Geschwüren, Linderung von Gichtbeschweren u. Ä. eingesetzt. Aufzeichnungen zufolge empfahlen bereits Mitte des 17. Jahrhunderts manche Medizingelehrte den Verzehr von Flohsamen gegen Halsschmerzen und Gallenleiden. Indischer Flohsamen kam erst später, etwa zu Beginn des 18. Jahrhunderts, nach Europa und erlangte aufgrund seiner verdauungsregulierenden Wirkung schnell als Heilmittel an Bedeutung. Flohsamenschalen verfügen über eine enorme Quellkraft, weshalb die kleinen Körnchen heutzutage eine immer größere Bedeutung bei der Bekämpfung von Übergewicht gewinnen.

Inhaltsstoffe der Flohsamen

Physiologisch wirksam ist vor allem die äußere Schicht der Samen, die sogenannte Epidermis. In ihr befinden sich beträchtliche Mengen an Zellulose und Schleimstoffen, die vornehmlich aus Rhamnose und Galactose bestehen. Außerdem ist Flohsamen extrem ölhaltig. Obwohl Flohsamen auch heute noch in Europa, hier vor allem in einigen Mittelmeerländern, angebaut und geerntet wird, finden sich im Handel überwiegend Qualitäten aus Indien oder Persien. Diese besitzen eine bedeutend stärkere Quellfähigkeit.

Auflistung der Inhaltsstoffe:

  • Schleim
  • Öl
  • Zellulose
  • Iridoidglykoside
  • Aucubin

Anbau und Ernte

Die Hauptanbaugebiete liegen in Indien und Pakistan. Dort wird Flohsamen auf leicht sandigen bis mittelschweren Tonböden ausgesät. Wichtig für einen guten Ertrag sind klare, sonnige und trockene Wetterbedingungen. Die Ernte erfolgt von Juni bis Oktober. Danach werden die Samenkapseln zerstoßen und der Flohsamen durch Gebläse-Verwirbelung gewonnen.

Wirkung von Flohsamen

Sobald die Schleimstoffe des Flohsamens in den Darm gelangen, binden sie das dort vorhandene Wasser und quellen auf. Hierdurch vergrößert sich das Volumen der im Darm befindlichen Masse, was wiederum die Verdauung anregt. Daher hilft Flohsamen gegen Verstopfung. Das im Samen enthaltene fette Öl unterstützt die abführende Wirkung.

Innere und äußerliche Verwendung

Flohsamenschalen
Flohsamenschalen

Die Hauptanwendungsbereiche von Flohsamen sind die Auflösung von Verstopfungen und die Beseitigung von Darmträgheit. Es mag paradox klingen, aber auch bei Durchfall können die Samen helfen, weil sie durch ihr Quellvermögen überschüssige Darmflüssigkeit aufsaugen. Manche Ärzte und Heilpraktiker empfehlen sogar Flohsamen zur unterstützenden Behandlung von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, denn Flohsamen wirken gerade bei Entzündungen sehr sanft und zumeist ohne jegliche Nebenwirkungen.

Zunehmend mehr übergewichtige Menschen verwenden heute Flohsamen als reines Quellmittel und fördern damit ihr Sättigungsgefühl. Anders als andere Ballaststoffe, verwandelt der Organismus Flohsamen nicht in Kohlehydrate, sodass nahezu keine zusätzlichen Kalorien aufgenommen werden. Hinzu kommt seine positive Wirkung auf die Fettwerte im Blut und auf den Blutzuckerspiegel. Die regelmäßige Einnahme von Flohsamen kann zudem helfen, die Harnsäurewerte im Blut zu senken. Daher sind die kleinen Körnchen zur begleitenden Gichttherapie geeignet.

Wichtig ist, die Samen immer mit ausreichend Flüssigkeit, etwa im Verhältnis 1:10, zu verzehren. Auf Milch sollte dabei jedoch unbedingt verzichtet werden, weil sie hierin ihre Wirkung nicht entfalten können.

Die äußere Anwendung von Flohsamen ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Aufgrund seiner starken Wasserbindung eignet er sich jedoch hervorragend zur Herstellung von warmen oder kalten Umschlägen, zur Behandlung von Furunkeln oder zur Beschwerdelinderung bei Prellungen oder Verrenkungen. Direkt auf die Haut aufgetragener Flohsamenbrei nimmt Gewebsflüssigkeit sehr gut auf, sodass Schwellungen schneller abklingen.

Mögliche Nebenwirkungen von Flohsamen

Flohsamen wird allgemein sehr gut vertragen. Infolge der Schleimbildung legt sich nach seinem Verzehr eine schützende Schicht auf die Darmschleimhaut, die je nach Beschwerdebild, lindernd oder/und entzündungshemmend wirkt. Diabetiker sollten allerdings vorsichtig sein. Bei dieser Personengruppe kann sich der Verzehr von Flohsamen auf die erforderliche Insulindosis auswirken. Auch Personen, die unter Erkrankungen der Speiseröhre oder des Magen-Darm-Traktes leiden, sollten vor dem Verzehr von Flohsamen vorsichtshalber Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt  oder Apotheker halten.

Linktipps

Wikipedia
Gesundheit.de

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Bild: © emer – Fotolia.com

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