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Moringa, der Baum des Lebens

Moringa, der indische “Baum des Lebens” – natürliche Multivitamin- und Multimineralstoffquelle mit vielen Aminosäuren

Moringa-Baum
Moringa-Baum

Der Moringa-Baum beziehungsweise Moringa oleifera, im deutschen Sprachraum auch als Meerrettichbaum bekannt, ist im Nordwesten Indiens beheimatet. Er wächst dort in den Südlagen des Himalaya-Gebirges und gedeiht am besten in Höhen zwischen 250 und 500 Metern.

Von Ayurveda bis zum britischen Empire

In seinem Ursprungsgebiet ist Moringa seit mindestens 5.000 Jahren bekannt und geschätzt. Ebenso wie zahlreiche andere Gewächse aus dieser Region, gehört auch Moringa zu den Pflanzen die bereits in der indischen Gesundheitslehre Ayurveda erwähnt werden. Das Prädikat “Baum des Lebens” wird ihm seit alters her deswegen verliehen, weil fast alle Teile der Pflanze essbar sind und zudem eine Fülle an Inhaltsstoffen bieten, die nicht nur der Ernährung zu Gute kommen, sondern auch in der Volksheilkunde Anwendung finden.

Eine weitere Verbreitung erfuhr Moringa im Zuge der britischen Kolonialzeit. Das hat der Baum wohl seinem hohen Anteil an Senfölglycosiden zu verdanken. Dieser Stoff verleiht vor allem seinen Wurzeln aber auch etwas abgemildert den Blättern und anderen Pflanzenbestandteilen ein scharfes Aroma, das an Meerrettich erinnert. So nutzten die Briten Moringa in Indien als Ersatz für die aus der Heimat bekannte Gemüse- und Gewürzpflanze. Gleichzeitig erkannten sie, dass Moringa auch in anderen Gebieten hervorragend gedeiht. Daher kultivierten sie den Meerrettichbaum in vielen Teilen des damaligen Empires Deswegen ist er heute in ganz Südostasien zu finden sowie in vielen Gebieten Afrikas, auf der arabischen Halbinsel und einigen Regionen Mittel- beziehungsweise Südamerikas.

Anspruchslose Pflanze mit enorm schnellem Wachstum

Eine weitere hervorstechende Eigenschaft von Moringa ist sein außergewöhnlich schnelles Wachstum. Er kann in seinem ersten Lebensjahr bis zu acht Meter in die Höhe sprießen und damit zwei Drittel seiner gewöhnlichen Gesamthöhe erreichen und einen Stamm von maximal 40 Zentimeter Durchmesser ausbilden. Hauptverantwortlich dafür ist das Pflanzenwachstumshormon Zeatin, welches in Moringa in einer der höchsten Konzentrationen vorliegt, die bekannt sind. Zeatin sorgt dabei wohl auch für eine bessere Bioverfügbarkeit der Nährstoffe. Dabei stellt Moringa keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit, ist allerdings nicht frostfest, braucht viel Sonne und Wärme und kann mit einer recht geringen Niederschlagsmenge von 250 Millimetern pro Jahr auskommen. Zu feucht mag es Moringa aber nicht. Dann kann es passieren, dass die knollenartigen Wurzeln von Fäulnis erfasst werden.

Nutzung von Moringa

Damit eignet sich Moringa auch bedingt für den heimischen Garten sowie an einem richtigen Standort hervorragend für den Innenbereich. Nur ist es hier natürlich erforderlich, den Baum regelmäßig zurückzuschneiden, was er obendrein durch die Ausbildung eines buschigen Blätterwerkes belohnt. Äußerst interessant ist Moringa zudem in Regionen, in denen die Menschen oftmals Schwierigkeiten haben, eine ausreichende Ernährung zur Verfügung zu haben. Schon drei Bäume können hier den Nahrungsbedarf einer ganzen Familie nahezu vollständig abdecken.

Verwendet werden dazu die Wurzeln, wobei deren Rinde entfernt werden muss, ebenso wie die kelchblättrigen Blüten und bohnenschotenartigen Früchte des Baums. Letztere werden beispielsweise nach Art von Hülsenfrüchten verarbeitet. Reichhaltig zur Verfügung stehen auch die Blätter. Wenn sie noch jung sind, können sie wie die Blüten roh – vielleicht in Salaten – verzehrt oder zu Saft gepresst sowie als Tee aufgegossen werden. Die älteren Blätter eignen sich zum Trocknen und um daraus ebenfalls einen Tee zu bereiten oder ein Pulver zu gewinnen. Strünke sollten hier aber nicht verwendet werden.

Das steckt in Moringa

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe trägt Moringa ausgezeichnet zu einer ausgewogenen Ernährung bei. Alle seine Bestandteile sind nicht nur reich an Mikronährstoffen und Aminosäuren, sie liegen auch in einer nahezu idealen Kombination vor. Tatsächlich enthält Moringa alle bekannten Vitamine außer B12, das allerdings in für den Menschen verwertbarer Form nur in Nahrungsmitteln tierischer Herkunft vorkommt. Dazu kommen die Mineralstoffe und Spurenelemente Bor, Chrom, Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium, Mangan, Phosphor, Schwefel, Selen, Silizium und Zink. Neun von zehn essentiellen Aminosäuren sowie zehn nicht- beziehungsweise semi-essentielle Aminosäuren sind in Moringa enthalten (vgl. auch 1). Abgerundet wird der Mix an Inhaltsbestandteilen durch wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Betacarotine und Lutein sowie Chlorophyll. Bei letzterem ist besonders interessant, dass das bereits erwähnte Zeatin unter anderem auch dafür sorgt, dass Chlorophyll lange erhalten bleibt. Das heißt auch in der verarbeiteten Form von Moringa baut es sich nur sehr langsam ab.

Die Samen enthalten dazu einen hohen, bis zu 45prozentigen Anteil an wertvollen Pflanzenölen, die wegen ihrer Stabilität auch außerhalb der Verwendung als Nahrungsmittel zum Beispiel gerne für Naturkosmetika eingesetzt werden.

Als Pulver oder in Kapseln

Moringa, gemahlen
Moringa, gemahlen

In Deutschland ist Moringa inzwischen vor allem als Pulver aus den Blättern erhältlich. Hier ist natürlich wesentlich, auf die Herkunft des Rohmaterials zu achten. Abhängig vom Standort der Bäume können nämlich stark schwankende Konzentrationen der Inhaltsstoffe auftreten. Auch ist entscheidend, dass die Trocknung und Pulverisierung schonend durchgeführt wird. Am günstigsten ist es, wenn bei diesen Prozessen Temperaturen von 38 bis 40 Grad Celsius nicht überschritten werden. Auch erhöht sich die Qualität des Pulvers, wenn die Stiele sorgfältig von den Blättern entfernt werden. Einige Anbieter verarbeiten das Moringa-Pulver in Kapseln. Das gewährleistet sicher eine bequeme Einnahme.

Reines Moringa-Pulver hingegen hat den Vorteil, dass es verschiedenen Speisen wie Suppen oder Soßen zugesetzt werden kann und auch Joghurt, Mixgetränken sowie ganz besonders pikant Gemüsesäften einen gewissen Pfiff gibt. Selbst der Brotteig wird so ernährungsphysiologisch aufgewertet und gewinnt an Würze.

Linktipps:

1: PDF: Witt, Kathryn A., The Nutrient Content of Moringa oleifera Leaves
2. Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Moringa
3: Moringa bei Krautrausch im Online Shop


Bild1: © rajeshbac – Depositphotos.com
Bild2: © krautrausch.de

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