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Weizengras

Weizengras – Die Vitamin- und Pflanzenstoffreserve auf heimischen Feldern

Weizengras
Weizengras

Der heute angebaute Weizen beziehungsweise seine Vorfahren sind eng mit der Sesshaftwerdung des Menschen verbunden. Er gehört neben Gerste wohl zu den ältesten Kulturpflanzen die überliefert sind. Seine Ursprünge liegen irgendwo zwischen Kleinasien, dem Zweistromland und der Levante. Funde sind hier zwischen dem achten und siebten Jahrtausend v. Chr. belegt. In der Natur kommt Weizen nicht vor. Er ist vielmehr dadurch entstanden, dass andere Getreidesorten mit Wildgräsern gekreuzt wurden. Die älteste Art ist das Einkorn, welches bis heute angebaut wird und sich seit Kurzem wieder einer größeren Beliebtheit erfreut.

Alle Getreidearten vereint, dass sie zur Pflanzenfamilie der Süßgräser gehören. Dem Weizen werden hier gut zwei Dutzend Arten zugerechnet. Einen größeren Bekanntheitsgrad genießen davon aber neben dem bereits erwähnten Einkorn nur drei weitere Arten: Der Weichweizen, der Hartweizen und der Dinkel, der in seiner nicht ausgereiften Form Grünkern genannt wird.

Als Weizengras werden die jungen Keimlinge bezeichnet, die in sieben bis zwölf Tagen nach dem Austritt aus dem Samen eine Höhe von maximal 15 Zentimetern erreichen. Ihr Anblick gleicht einer hochgewachsenen Wiese. Verwendung als Weizengras findet gewöhnlich Weichweizen (Triticum aestivum L.), der bis auf eine Gesamthöhe von einem halben bis einen Meter anwachsen kann.

Grassäfte haben eine lange Tradition

Die Ursprünge der Nutzung von Weizengras in der Naturheilkunde können nicht sicher geklärt werden. Vieles weist darauf hin, dass sie schon im antiken Vorderen Orient sowie bei schamanistischen Stämmen in Europa und Asien bekannt war. Sicher ist, dass die auch in vergleichbaren Zusammenhängen gerne zitierte Hildegard von Bingen Gräser genutzt hat. Zumindest ist belegt, dass ihr klar war, kein frisches Gras verabreichen zu können. Das menschliche Verdauungssystem ist auf diese Art der Kost einfach nicht eingestellt. Also hat sie aus den Gräsern einen Saft gepresst. Ob es sich dabei um Weizen-, Gersten-, einen anderen Getreidegrassaft oder auch eine Mischung handelte, ist nicht hinreichend dokumentiert.

Das 20. Jahrhundert brachte die Wiederentdeckung

Die Wiederentdeckung des Weizengrases geht auf den US-amerikanischen Agrar-Chemiker Charles Franklin Schnabel zurück und datiert um das Jahr 1930. Er fand den ernährungsphysiologischen Wert von Gräsern heraus. Seine besondere Aufmerksamkeit galt dem Chlorophyll im Weizengras, dem er gesundheitsfördernde Eigenschaften zuschrieb. Zu größerer Bekanntheit gelangte das Weizengras etwas später durch Ann Wigmore, die sich der ganzheitlichen Medizin mit durchaus auch esoterischen Ansätzen verschieben hatte. Auf sie gehen zahlreiche populäre Veröffentlichungen unter anderem auch zu Weizengras-Saft zurück.

Was hat Weizengras neben Chlorophyll zu bieten?

An Inhaltsstoffen hat Weizengras neben Chlorophyll ein breites Spektrum an Vitaminen zu bieten. Hier sind die Vitamine A, C, E und K hervorzuheben. Dazu kommen einige Vertreter des B-Komplexes wie B1, B2, B5 sowie B6. Reich ist es auch an Mineralstoffen wie Eisen, Kalzium, Magnesium und Selen. Außerdem sind einige essentielle Aminosäuren beziehungsweise Pflanzenenzyme enthalten. Daraus ergibt sich eine klassische Anwendung beispielsweise zur Unterstützung von Fastenkuren. Die entgiftende Wirkung von Weizengras wird zwar häufig betont, kann aber wissenschaftlich nicht ausreichend abgesichert werden. Sehr vorteilhaft ist auch, dass Weizengras im Gegensatz zum Korn kein Gluten enthält. Das ist nicht nur bei Unverträglichkeiten wichtig. Zu viel Gluten kann unter anderem eine Störung des Basen-Säurehaushaltes fördern.

Weizengras-Saft muss frisch verzehrt werden

Aber auch regelmäßig eingenommen können die Vorteile von Weizengras genutzt werden. Wie bereits geschildert, ist das rohe Gras nicht zum Verzehr geeignet. Vielmehr wird aus dem frischen Gras ein Saft gewonnen, der aufgrund der Flüchtigkeit der Inhaltsstoffe sehr zeitnah zugeführt werden muss. Auch sehr sorgfältige Verfahren eignen ihn nicht zur Aufbewahrung. Eine Alternative besteht darin, das Weizengras zu trocknen und zu einem Pulver zu verarbeiten.

So entsteht aus Weizengras ein Pulver

Weizengras-Pulver
Weizengras-Pulver

Der Trocknungsvorgang erfolgt normalerweise in mehreren Schritten. Zunächst wird das Gras an einem geeigneten Ort ausgebreitet, bis ein Gutteil der Flüssigkeit entzogen ist. Nun können die getrockneten Pflanzenfasern zerteilt werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, dass keine große Reibungswärme entsteht. Vor allem die wertvollen Pflanzenenzyme und das Chlorophyll reagieren sehr empfindlich auf Hitzeeinwirkung. Nachdem Zerkleinern folgt eine zweite Trocknungsphase bei geringer Wärmezufuhr. Dadurch werden die restlichen Wasseranteile entfernt und die eigentliche Pulverisierung kann schonend vorgenommen werden.

Am besten kommt Weizengras-Pulver in Getränken zur Geltung

Das so gewonnene Weizengras-Pulver eignet sich für vielfältige Anwendungen. Beliebt ist es als aufwertender Zusatz in Smoothies genannten Frucht-/Milch-Mixgetränken. Auch Gemüsesäften wird es gerne beigegeben. Sein süßlich grasiger Geschmack eignet sich zudem, um verschiedenen alkoholischen Mixgetränken neben der Farbe auch einen aparten Akzent zu geben. Die gesundheitlich sinnvollen Eigenschaften relativieren sich dadurch aber erheblich. Bei der Zubereitung von Speisen gilt, dass die Hitzeempfindlichkeit von Weizengras-Pulver einen Einsatz im Kochtopf nicht sinnvoll macht. Auch die Verwendung im Brotteig ist zwar möglich, hat aber einen mindernden Einfluss auf die Inhaltsstoffe.

Die Dosierung von Weizengraspulver

Seine beste Wirkung entfaltet Weizengras übrigens, wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird. Am Anfang sollte aber darauf geachtet werden, nur eine geringe Dosierung von einem Teelöffel oder etwa drei Gramm pro Tag zu wählen und den Saft, in dem das Pulver aufgelöst wurde, in kleinen Schlucken zu trinken. Die Menge kann nach einiger Zeit auf drei bis vier Teelöffel-Portionen erhöht werden.

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Weizengras bei Krautrausch
Wikipedia
Zentrum der Gesundheit

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Bilder:
1: © bhofack2 – depositphotos.com
2: © Eskymaks – depositpotos.com

 

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