Artikel der Woche, Kräuter / Gewürze

Maca-Wurzel

Maca – das Grundnahrungsmittel in den peruanischen Anden wird neu entdeckt

Heimat der Maca-Pflanze (Lepidium meyenii oder Lepidium peruvianum) sind die Hochebenen der peruanischen Anden. Das Gewächs gehört zur Familie der Kreuzblütler und hier zur Gattung der Kressen. Die oberirdischen leicht an Fenchelgrün erinnernden, aber robusteren Pflanzenteile werden kaum mehr als 20 Zentimeter hoch. Unmittelbar unter der Erdoberfläche bilden sich mehrere Speicherknollen, die in Format und Aussehen einer kleinen, gedrungenen Steckrübe nicht unähnlich sind. In ihnen wird ein Nährstoff-Reservoire angesammelt. Die Knollen, die einen Durchmesser von etwa fünf Zentimeter erreichen und ebenso lang werden können, sind hell, wobei die Färbung ins Gelbliche oder Rötliche gehen kann.

Hier wächst die Maca-Pflanze

Die Macawurzel (©Ildi - Fotolia.com)
Die Macawurzel (©Ildi – Fotolia.com)

Die ein- bis zweijährige Pflanze gedeiht in Regionen, in denen sonst kaum eine Nutzpflanze erfolgreich angebaut werden kann. In ihrem Ursprungsgebiet sind dies Höhen von 4.000 bis 4.500 Metern – einer kargen Landschaft weit oberhalb der Baumgrenze. Hier gelten harte klimatische Bedingungen mit extremer UV-Einstrahlung, bitterkalten Wintermonaten und Sommernächten, denen empfindlich heiße Tage folgen. Dazu kommen ganzjährig starke Winde mit allen Folgen, die die für die Ausmergelung von Böden mit sich bringt.

Das steckt in der Maca-Knolle

Dennoch hat Maca hier Überlebensstrategien entwickelt, die zu einer bemerkenswerten Zusammensetzung der Inhaltsstoffe geführt hat. Das sind neben knapp 60 Prozent Kohlenhydrat ein vergleichsweise hoher Proteinanteil von über zehn Prozent sowie ein Reichtum an Fettsäuren, bei denen einfach (Oleinsäure) und mehrfach (alpha-Linolensäure) ungesättigte Vertreter im Vordergrund stehen. Hervorzuheben ist auch, dass das Maca-Protein sehr günstig zusammengesetzt ist und einen überdurchschnittlichen Anteil an essentiellen Aminosäuren aufweist. Aus ihnen bilden sich übrigens auch einige wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe der Maca-Pflanze, wie Senfölglykoside, die einen bitter-scharfen Geschmack beitragen. Außerdem zeichnet sich die Knolle durch einen Ballaststoffgehalt von rund neun Prozent aus und ist ein guter Lieferant für die Mineralstoffe Eisen, Kalium, Kalzium, Kupfer, Magnesium und Jod sowie Vitamin C, Vitamin K und einige B-Vitamine.

Grundnahrungsmittel in den Anden

Naheliegender Weise wurden diese Eigenschaften schon früh vom Menschen entdeckt. Wilder Maca steht wohl schon seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan der um den peruanischen Junin-See lebenden Indios ganz oben. Ab etwa dem 15. Jahrhundert kann eine Kultivierung Macas durch die Inkas nachgewiesen werden. Spätestens seitdem ist Maca in weiten Teilen der Hochgebirgsregionen der Anden ein wesentliches Grundnahrungsmittel. Neben den eher süßlichen Knollen kommen hier auch die würzig scharfen Blätter, die geschmacklich mit der Gartenkresse verglichen werden können, als Gemüse oder Salat auf den Tisch.

Anbau findet heute auch außerhalb Perus statt

Die Knollen werden nie roh, aber frisch verarbeitet verzehrt. Oft werden sie aber auch getrocknet, wobei sie ihre Inhaltstoffe über mehrere Jahre weitgehend behalten. Dies gilt auch für die weitere Verarbeitung zu einem Pulver. Die anspruchslosen, widerstandsfähigen Eigenschaften der Maca-Pflanze sowie die hervorragende Eignung ihrer Knollen zur Trocknung beziehungsweise Pulverisierung haben dazu geführt, dass Maca heute weit über die Anden hinaus angebaut wird. Einer der Haupt-Anbauorte liegt im chinesischen Yunnan und dort im Gebiet um die historische Stadt Lijiang. In der malerisch schönen aber traditionell eher armen Region, trägt Maca seinen Beitrag zu einem bescheidenen Wohlstand sowie zur Bewahrung der Gegend gegen industrielle Zerstörung bei.

Hat Maca einen Einfluss auf die Gesundheit?

Die zunehmende Beliebtheit von Maca beruht auch darauf, dass der Knolle vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen werden. Allerdings bleibt die Anzahl der Studien zu diesen Themen bisher in einem überschaubaren Rahmen. Dennoch kann eine Förderung des Immunsystems, eine Aufhellung der Stimmung und eine Wirkung gegen Müdigkeit als möglich angesehen werden. Dies trifft aber auf jede gesunde Ernährung zu, bei der ein hoher Anteil an Gemüse und Gemüseknollen verzehrt wird.

Was ist dran am “peruanischen Ginseng”?

Im Forschungsmittelpunkt stehen jedoch Eigenschaften, die auch aus der Volksheilkunde der Indios überliefert sind und Maca den Beinamen “peruanischer Ginseng” eingebracht haben. Danach wird sowohl die Knolle als auch ihr Pulver als Aphrodisiakum gehandelt. In diesem Zusammenhang wird eine Steigerung des Lustempfindens ebenso untersucht wie eine mögliche Potenzsteigerung. In beiden Bereichen gibt es tatsächlich Studien, nach denen, wie auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) einräumt, ” (…) Maca oder Macazubereitungen Wirkungen auf Geschlechtsorgane ausüben können.” (1) Allerdings ist die Forschungslage dazu noch uneinheitlich sowie unzureichend, sodass hier nicht von gesicherten Erkenntnissen, die über individuelle Erfahrungswerte hinausgehen, gesprochen werden kann. Maca bleibt also in Fragen sexueller Stimulierung ein Hausmittel der Volksheilkunde.

Welche Risiken können bei Maca auftreten?

Erwähnt werden muss zudem, dass eine Einnahme von Maca über einen längeren Zeitraum hinweg möglicherweise den diastolischen Blutdruck etwas erhöhen kann. Außerdem kann der Kreuzblütler-typische, hohe Vitamin-K-Gehalt die Wirkung von Blutverdünnern beeinflussen. Allerdings sind genauso wie mögliche Gesundheitswirkungen von Maca auch mögliche Neben- und Wechselwirkungen kaum belegt. Das gilt schließlich ebenfalls für Unverträglichkeiten und allergische Reaktionen.

Wie entsteht Maca-Pulver?

Gemahlene Macawurzel
Gemahlene Macawurzel

Hierzulande sind frische Maca-Knollen nur sehr selten erhältlich. Am häufigsten wird Maca als Pulver, gelegentlich auch in Kapselform, angeboten. Am Anfang steht hier die mehrwöchige Trocknung der Knollen. Danach müssen sie gereinigt und zerkleinert werden sowie einen weiteren Trocknungsprozess durchlaufen. Hier sollten weder mechanische noch chemische Verfahren zum Einsatz kommen, da sie zum Verlust von Inhaltsstoffen oder zu Verunreinigungen führen können. Am günstigsten ist die Trocknung über eine natürliche Verdunstung, an deren Ende das Mahlen zu einem Pulver steht.

Wie kann Macapulver eingenommen werden, welche Formen der Zubereitung gibt es?

Da Maca-Pulver auch in hervorragender Qualität vergleichsweise günstig angeboten wird, kann es entsprechend häufig zum Einsatz kommen. Wie bereits erwähnt, tendiert die Knolle zu süßlichen Aromen. Beim Pulver entfaltet sich dieser Geschmack zu einem malzigen also süßlich-herben Eindruck. Das prädestiniert das Maca-Pulver natürlich dazu, bei Süßspeisen und Desserts Akzente zu setzen. Eine ausgezeichnete Kombination bildet es mit Vanille und Schokolade.

So kann Maca für kreative Rezeptideen genutzt werden

Konkret freuen sich Joghurts und Quarkspeisen auch mit Fruchtzubereitungen über einen Teelöffel Maca-Pulver. Das gilt ebenfalls für Müslis, Shakes und Smoothies. Im Tee kann Maca darüber hinaus als interessanter Geschmacksgeber mit leicht süßender Wirkung eingesetzt werden und beim Backen insbesondere von Gebäck ist ein teilweiser Ersatz von Mehl möglich. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ergibt sich im Zusammenhang mit Tomaten. Bekanntlich gilt für alle Gerichte, bei denen Tomaten, Tomatenpüree oder Tomatenpaste erhitzt werden, die Empfehlung, eine Prise Zucker zur Unterstützung des Aromas hinzuzufügen. Diese kann bei Tomatensoßen, -suppen und Co durch Maca ergänzt oder auch ersetzt werden.

(1) Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Risikobewertung macahaltiger Nahrungsergänzungsmittel, Stellungnahme Nr. 024/2007 des BfR vom 3. April 2007


Linktipps:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.